Erklärung

Die Bärenrunde

Unter der provisorischen Bezeichnung „Bärenrunde“ finden seit Januar 2012 alle 3-4 Wochen im Restaurant „Bären“ in Buchs SG offene Gesprächsrunden zu den Themen „Kapitalismus heute“, „Zukunft des Kapitalismus“ und „Alternativen zum Kapitalismus statt“. Die Teilnehmerinnen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichsten beruflichen Hintergrunds verbindet die Sorge um die aktuellen, sich laufend verschärfenden globalen Fehlentwicklungen in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Ökologie.

Kapitalismuskritik

Aus der Sicht der „Bärenrunde“ taugt das kapitalistische Wirtschaftsmodell nicht mehr, um die heutigen Weltprobleme zu lösen. Ob es möglich ist,  innerhalb  des Kapitalismus durch Reformen diese Probleme in Griff zu bekommen, oder ob es unumgänglich sein wird, den Kapitalismus durch ein von Grund auf neues Wirtschaftsmodell zu ersetzen, ist Gegenstand der Diskussion in der „Bärenrunde“, ein einhelliger Konsens besteht darüber noch nicht.

Neben der wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Ebene soll aber auch die Ebene von Ethik und Werthaltungen nicht zu kurz kommen. Es geht um die Frage, welche menschlichen Einstellungen und Verhaltensweisen einer Verwirklichung nachfolgender Visionen eher förderlich und welche ihr eher hinderlich sind.

Vision

Die Vision der „Bärenrunde“ von einer anderen, besseren Welt lässt sich wie folgt beschreiben.

Unsere Vision ist eine Welt, in der

  1. die elementaren Lebensbedürfnisse aller Menschen gemäss den von der Uno propagierten Menschenrechten (insbesondere das Recht auf ausreichende Ernährung, sauberes Trinkwasser, menschenwürdiges Zuhause, medizinische Grundversorgung, Bildung und Rechtsgleichheit) weltweit garantiert sind.
  2. die Wirtschaft den Bedürfnissen der Menschen dient und die hergestellten Güter gerecht verteilt sind
  3. die Grundbeziehung zwischen den Menschen im Kleinen wie im Grossen, lokal wie auch global, von Solidarität und Ethik geprägt ist, nicht von Konkurrenzdenken.
  4. alle Menschen autonom und selbstbestimmt leben können und ihre Talente und Begabungen frei entfalten können.
  5. gesellschaftlich notwendige Tätigkeiten auf alle gerecht verteilt sind.
  6. alle natürlichen Ressourcen
    • sich im Allgemeinbesitz befinden;
    • für alle Menschen gleichermassen zugänglich sind;
    • nur in dem Masse genutzt werden, dass sie auch zukünftigen Generationen ausreichend zur Verfügung stehen;
    • in einer Art und Weise gefördert und genutzt werden, dass Erde, Natur und Menschen dadurch keinen Schaden erleiden.
  7. technische Errungenschaften dem Wohl aller Menschen dienen, ohne schädliche Auswirkungen auf Erde, Pflanzen und Tiere.
  8. jedes Lebewesen seinen würdigen Platz hat und respektvoll behandelt wird. *

Eine Minderheit der Bärenrunde möchte noch weitergehen. Ihre Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen ausschliesslich fleischlos ernähren.

 

Umsetzung

Um diese Vision zu verwirklichen bzw. ihr näherzukommen, braucht es ein  Handeln  auf
zwei Ebenen, auf der  persönlichen  Ebene jedes Einzelnen sowie auf der gemeinsamen,
politischen  Ebene.

A)    Was jeder  Einzelne  zur Verwirklichung dieser Vision beitragen kann:

  1. Einen bewussten und kritischen Umgang mit dem Verbrauchen von Energie, Nahrungsmitteln und Konsumgütern pflegen (eine Orientierungshilfe bietet der ökologische Fussabdruck).
  2. Bereits vorhandenes Wissen über zukunftsverträgliche Formen von Wirtschaft und Technologie sowie eine kritische Grundhaltung gegenüber gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Fehlentwicklungen fördern und weiterverbreiten (kritisches Bewusstsein, Denken in Alternativen).
  3. Sich an alternativen Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationsformen wie Genossenschaften, sozialen Netzwerken, Tauschhandel, Biolandwirtschaftsbetrieben und dergleichen so weit wie möglich aktiv beteiligen.

B)     Was auf der  politischen  Ebene zu tun ist:

  1. Aufbau von  Basiswissen  über Wirtschaft und Geldwesen, Erarbeitung eines ökonomischen Werks für den Aufbau einer funktionierenden Wirtschaft.
  2. Förderung einer breiten  Aufklärung  über gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge. Kritische Auseinandersetzung mit Fragen der  Lebensqualität .
  3. Erarbeiten und Umsetzen  basisdemokratischer Strukturen  in Gesellschaft und Wirtschaft: Mitbestimmung, Mitbeteiligung, Mitverantwortung, Wirtschaftsdemokratie, Genossenschaften.
  4. Forderung nach dem  Schutz  aller  lebensnotwendigen Produkte  und  Dienstleistungen  vor der  Spekulation .
  5. Erneuerung des  Bildungswesens : Kooperation anstelle von Erziehung zu Egoismus und Konkurrenzdenken. Orientierung an einem positiven Menschenbild. Bildung einer neuen Denkweise durch Diskussion mit Argumenten und Gegenargumenten. Fördern von Mut und Einmischung anstelle von Angst und Unterordnung. Nutzbarmachen bereits vorhandenen sowie neuen Wissens und Verstehens für den allgemeinen gesellschaftlichen Fortschritt.
  6. Bildung einer breiten poltischen  Bewegung  bzw. eines  Netzwerks  über nationalstaatliche Grenzen hinweg, Vernetzung  mit Gleichgesinnten.

C)     Konkrete  Umsetzungprojekte  werden in einem weiteren Dokument zusammengestellt, laufend neu aktualisiert und in Themengruppen bearbeitet.

Buchs, den 26. Januar 2013

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