Kinder können sich selbst unterrichten

Auf der Bühne bei TED2013 trägt Sugata Mitra seinen kühnen „TED Prize“-Wunsch vor: Helfen Sie mir, eine Schule in der Cloud zu konzipieren, ein Lernlabor in Indien, in dem Kinder auf Entdeckungsreise gehen und voneinander lernen können – mit Hilfsmitteln und Mentoren aus der Cloud. Hören Sie sich seine inspirierende Vision für Selbstorganisierte Lernumgebungen (SOLE) an.

Der Kampf ums Wasser

Das Thema Wasser beherrscht derzeit Schlagzeilen. Der Kampf um das Lebenselixier Wasser steht im Mittelpunkt vom aktuellen WELTJOURNAL im ORF.
Dabei geht es um die Grundsatzfrage: Ist die Wasserversorgung ein öffentliches Gut oder darf man damit in großem Stil Geschäfte machen? Die Privatisierungsgegner sehen das Allgemeingut Trinkwasser von den kommerziellen Interessen der Großkonzerne bedroht. „Die Firmen übernehmen die Versorgung und rechnen 15 bis 20 Prozent Profit obendrauf, die Qualität sinkt“, sagt Maude Barlow, kanadische Bürgerrechtlerin und Kämpferin für die öffentliche Wasserversorgung an vorderster Front. Die Verlierer der Privatisierung seien immer die Bürger, sagt sie.

KampfumWasser

Protest formiert sich auch in vielen Teilen Südeuropas. So wie hier in Spanien demonstrieren tausende Aktivisten gegen die EU – Privatisierungspläne.

Alles nur Panikmache und unangebrachte Hysterie? Wohl kaum. Denn während Krisenstaaten zum Verkauf gedrängt werden, geht in vielen anderen europäischen Städten die Wasserversorgung wieder an die Kommunen zurück. Patrick Hafner und Alexander Steinbach zeigen in einer WELTjournal-Reportage, im Zuge des Schwerpunkttages „Unsere Erde“, wie Stadtverwaltungen alles unternehmen, um ihre ungeliebten Wasser-Konzerne wieder los zu werden, die sie erst offen empfangen hatten – und was in Krisenstaaten wie Griechenland und Spanien getan wird, um den Ausverkauf zu stoppen.

Freihandelsabkommen China

Dass die humanitäre Tradition der Schweiz längst nur noch eine leere Worthülse ist wurde einmal mehr beim Besuch des Chinesischen Premiers verdeutlicht. So zitiert der WundO am letzten Samstag 25. Mai: Besuch der Chinesen: Kritik unerwünscht, den Berner Polizeidirektor. Dieser scheut sich nicht, die Interessen der Wirtschaft über die Menschenrechte zu stellen. So sei ein Freihandelsabkommen mit China wichtiger als die freie Meinungsäusserung, wie sie in Art. 10 der Menschenrechtskonvention geschrieben steht. Ich rufe in Erinnerung: Die Konvention zum Schutze der Menschenrechte ist in der Schweiz am 28. November 1974 in Kraft getreten und sie ist bis heute gültig. Doch werden die Menschenrechte in der Schweiz öfters mal mit Füssen getreten. So ist es offenbar legitim Menschen, die auf ein himmelschreiendes Unrecht aufmerksam machen wollen polizeilich abzuführen.

Derweil kriecht unser Bundesrat Schneider-Ammann zusammen mit dem Who ist Who der Schweizer Wirtschaft dem Chinesischen Premier in den Allerwertesten und dabei geht es wieder mal – wer hätte das gedacht – nur um das liebe Geld. Dass jegliche Verbrechen an der Menschheit und der Umwelt mit der Notwendigkeit für unsere Wirtschaft entschuldigt werden ist der Gipfel der Schande und das Freihandelsabkommen mit China setzt diesem noch die Krone auf. Ich schäme mich, dass unser Bund sich zum Sklaven der Wirtschaftseliten macht und nach deren Pfeife tanzt. China hat eine Regierung, die von Menschenrechten nicht im Ansatz etwas wissen will. Die unmenschliche Härte, die in diesem Land herrscht sucht ihresgleichen. Umweltschutz ist dort gar nicht im Wortschatz vorhanden. Wer sich ein Bild davon machen will ist eingeladen nach Bildern der Umweltverschmutzung Chinas zu googeln. Viel Vergnügen!

Unseren Bundesrat Schneider-Ammann interessiert dies nicht. Hauptsache einige Reiche in der Schweiz werden durch dieses Freihandelsabkommen noch reicher. Ob es uns „Durchschnitts-Schweizerbürgern“ nützt sei dahin gestellt. Ob es für die leidende Bevölkerung in China, für die Tibeter oder für die Natur Chinas irgendeine Besserung in Aussicht stellt: sicher nicht! Ob wir das wollen, diese Frage stelle ich Ihnen allen. Es ist eine ethische. Ich will es sicher nicht. Ich bin empört und entsetzt. Wirtschaftswachstum über alles? Nein! Wie lange wollen wir noch unseren Wohlstand auf dem Elend anderer aufbauen? Ein Kurswechsel steht an, ansonsten werden wir bald mit den anderen zusammen im Elend baden gehen. Bauen Sie mit an einer besseren Welt. Wo auch immer, wie auch immer. Jede/r kann!

Julia Wolfer, Grüne Werdenberg

(als Leserbrief im W&O vom 29. Mai 2013)