Zeit für eine andere Welt

Warum der Kapitalismus keine Zukunft hat

von Peter Sutter

Zeit für eine andere WeltAngesichts der unabsehbaren Folgen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise, der immer grösser werdenden Kluft zwischen Armut und Reichtum sowie aller weiterer Zukunftsbedrohungen bis hin zur globalen Klimakatastrophe kommt Peter Sutter zum Schluss, dass der Kapitalismus keine Zukunft hat und dass es unerlässlich ist, ihn durch eine neue, von Grund auf andere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu ersetzen. Peter Sutter geht in seinem Buch schwerpunktmässig auf die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftspolitischen Verhältnisse in der Schweiz ein, die Sichtweise sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse lassen sich aber auf sämtliche kapitalistische Staaten sowie auf das weltweite Wirken des kapitalistischen Wirtschaftssystems übertragen. Ein Buch, das nicht nur die bestehenden Verhältnisse kritisch hinterfragt, sondern vor allem auch Mut machen will, sich auf den Weg zum Aufbau einer neuen, friedlichen, sozial gerechten und zukunftsfähigen Welt zu machen.

>>> Leseprobe

ISBN 978-3-8423-5998-7 / 14. Sept. 2011

Ressourcenverteilung

einkommen der 7 milliarden menschenDie meisten informierten Menschen sehen ein, dass unser Planet in Bezug auf Ressourcenverbrauch an seine Kapazitätsgrenze gestossen ist.

Würde man die heute verbrauchten Ressourcen auf alle Menschen gleichmässig verteilen, so würde es für etwa 15% des aktuellen Niveaus der Industrieländer ausreichen. Das liegt daran, dass 80% der Ressourcen von weniger als 20% der Menschen verbraucht werden. In Zahlen: Von 7 Milliarden Menschen leben etwas 1 Milliarde auf einem sehr hohen Niveau. Über 5 Milliarden aber auf einem sehr tiefen Niveau.

Damit nicht genug: Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Menschen auf 9 bis 10 Milliarden ansteigen. Der heutige Ressourcenverbrauch gleichmässig verteilt auf alle, würde dann nur noch für 10% des westlichen Niveaus ausreichen.

In den nächsten 40 Jahren müssen wir es schaffen, einerseits die Effizienz unseres Ressourceneinsatzes massiv zu erhöhen. Der Verbrauch in den hoch entwickelten Ländern muss sogar zurück gehen, den die Hälfte der Menschen lebt heute auf einem so tiefen Niveau, dass wir ihnen zugestehen müssen, dass sie ihren Verbrauch etwas steigern dürfen.

Erreichen lässt sich das technisch mit höheren Wirkungsgraden und sparsamerem Einsatz, sowie dem dazu notwendigen politischen Willen.
Noch wichtiger ist der breite Einsatz von erneuerbaren Quellen.

Ökosozial oder katastrophal

Die Politik hat die Wahl

von Walter Meier-Solfrian

oekosozialSelten wird ein scheinbar so komplexer Sachverhalt wie die Wirtschaftswissenschaften mit wenigen Worten auch dem Laien verständlich gemacht. Jedenfalls die Fakten, auf die es wirklich ankommt.

Einleitend wird auf einige Grundbegriffe der Ökonomie eingegangen. Was ist zum Beispiel das Bruttoinlandprodukt BIP und was es aussagt, bzw. dass es eben über unser Wohlbefinden sehr wenig aussagt, obwohl es von der Politik noch immer als eine wichtige Messgrösse hergenommen wird.

Ein längerer Teil ist der Geschichte der Wirtschaft und der Ideen ihrer Theoretiker gewidmet. Von Aristoteles über die chinesische Erfindung der Banknoten, Karl Mark bis Joseph Stiglitz.

Es folgen einige Kapitel über Wirtschaftsethik. Heute ist die gängige Praxis, die Gesetze einzuhalten. Man verhält sich also legal; aber nicht unbedingt legitim. Eine echte Ethik füllt eben auch die Gesetzeslücken aus. Unser Handeln muss an der Legitimität und nicht an der Legalität gemessen werden. Der Autor führt auch einige konkrete Beispiele an: Wenn ein Unternehmen wie Nokia sich vom deutschen Steuerzahler mit 88 Mio. Euro fördern lässt, dann aber nach 20 Jahren höchst profitablem Geschäft trotzdem alle 3100 Arbeiter auf die Strasse stellt, nur um in Rumänien wenige Prozent günstiger zu produzieren (und wie man kürzlich lesen konnte, auch dort wieder schliesst, um nach China zu ziehen), alles nur, um den guten Gewinn noch weiter zu maximieren, dann ist das zwar alles legal, aber ganz sicher nicht legitim oder ethisch vertretbar, leider aber gang und gäbe.

Dazwischen und vor allem gegen den Schluss des Buches erfolgen viele Hinweise, was heute schief läuft und warum und wie man das ändern könnte. Beispiel: Da das heutige Geldsystem ausschliesslich auf Schulden beruht (kein Geld ohne Schulden und umgekehrt), muss sich insbesondere der Staat verschulden. Das sogenannten Vollgeld würde es dem Staat ermöglichen, Geld in Umlauf zu bringen, ohne das gleichzeitig Schulden entstehen. Im Übrigen könnte die Nationalbank die gesamte Geldmenge wieder steuern, was heute wegen dem vielen Kreditgeld kaum mehr möglich ist.
Heute besteht die paradoxe Situation, dass der Staat Banken retten muss, indem er Schulden macht. Die Banken wiederum geben dem Staat dann das Geld, um die Banken zu retten. Selbstverständlich muss der Staat dafür den Banken dann auch noch einen Zins bezahlen. Mit dem Vollgeld könnte man diesen grotesken Fall vermeiden.

Wenn Sie als Laie etwas mehr über die Hintergründe der heutigen Wirtschaftskrise erfahren und verstehen möchten, kann ich Ihnen dieses Buch wärmstens empfehlen. Aber auch dem Fachmann eröffnet es ungewohnte Blinkwinkel und gibt ausserdem eine gute Übersicht der Fakten, um die es wirklich geht.

ISBN-13: 978-3879984572 / 1. Auflage / 7. Feb. 2011

Spin doctors im Bundeshaus

Regierungsbeamte können nicht in allen Fachgebieten Experten sein und alle ihre intelligent klingenden Reden selber schreiben. Daher gibt es Expertenteams welche die Bundesräte beraten und Redenschreiber, welche Ansprachen und Fernsehauftritte wortgenau vorbereiten.

Es ist deshalb nachvollziehbar, dass diese Ghostwriter einen erheblichen Einfluss auf das politische Geschehen haben können. Wenn diese absichtlich manipulativ eingesetzt werden, spricht man auch von Spin Doctors, Spin im Sinne von drehen. Die öffentliche Meinung soll also geändert werden.

Eine Meinung zu äussern ist im Grunde immer Manipulation. Doch wenn die Meinung absichtlich in eine Richtung gelenkt wird, welche nur einer bestimmten Interessengruppe dient, muss dies als Propaganda eingestuft werden und gefährdet damit die Demokratie.

ISBN-13: 978-3033019164 / Eikos Verlag (Juni 2009)

Kapitalismuskritisches Forum für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Zukunftsfragen